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GRÜNDONNERSTAG – DER VERGESSENE FEIERTAG

Ostern ist eines der beliebtesten Feste der Deutschen, gehört aber auch zu den höchsten kirchlichen Feiertagen. Die meisten verbinden Ostern mit dem endlich beginnenden Frühling, Eiersuche und natürlich 4 freien Tagen am Sück – Karfreitag bis Ostermontag.

FAST VERGESSEN

Dabei gibt es noch ein fast “vergessenens Kind”, welches aber kirchlich eine ebenso große Rolle spielt wie die anderen Tage – den GRÜNDONNERSTAG.
Im Sprachgebrauch ist der Begriff “Gründonnerstag” durchaus noch verbreitet, da es aber kein gesetzlicher Feiertag ist, wird die Bedeutung dieses Tages immer mehr vergessen.

VON ABENDMAHL BIS AUFERSTEHUNG

Der Gründonnerstag ist der fünfte Tag der Karwoche. Mancherorts ist er auch als Hoher, Heiliger oder Weißer Donnerstag bekannt, genauso als Palmdonnerstag. An diesem Tag wird an das letzten Abendmahls Jesu gedacht. Dieses beging er mit den 12 Aposteln am Tag vor seiner Kreuzigung.
Die Vesper am Gründonnerstag ist der Beginn der drei österlichen Feiertage – Karfreitag, Ostersamstag und Ostersonntag. Das Osterfest endet am Ostermontag, dem Tag der Auferstehung Jesu. Tradition bis heute hat in vielen Gebieten auch die Fusswaschung, die Jesus am Gründonnerstag vor dem Abendmahl an den Jüngern praktiziert hat. Sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche wird am Weißen Donnerstag bis heute der Abendmahlsgottesdienst bzw. die Heilige Messe am Abend des Abendmahls als besonderer Gottesdienst begangen.

BEDEUTUNG DES WORTES

Die genaue Bedeutung des Wortes Gründonnerstag ist nicht klar. Wahrscheinlich ist der Name vom mittelhochdeutschen Wort “greinen” oder “grienen” abgeleitet, welches soviel wie “weinen” heißt und die Büßenden als “Weinende” sieht, die an diesem Tag wieder in die Gemeinschaft eingegliedert wurden.
Da aber im Mittelalter an diesem Tag grüne Meßgewänder getragen wurden, kann der Name auch einfach daher stammen.

BRÄUCHE

Der Gründonnerstag ist der fünfte Tag der Karwoche.

Der Gründonnerstag ist der fünfte Tag der Karwoche.

Obwohl die Eiersuche und das Fischessen als Ostertraditionen in dem meisten Gegenden zwischen Karfreitag und Ostermontag stattfinden, gibt es Regionen, in denen bis heute auch Gründonnerstags – Traditionen gepflegt werden. So wird in einigen Gegenden an diesem Tag nur grünes Gemüse (vor allem Spinat) gegessen.

In Coburg werden die Ostereier am Gründonnerstag gesucht, welche der Grüne Hase – der “Grüa Hoas” bringt. Die Kinder ziehen am Gründonnerstag in einigen Gegenden der Oberlausitz von Tür zu Tür und bekommen Süßigkeien für den Spruch :“Guten Morgen, guten Morgen zum Gründonnerstag, gebt mir was in’n Bettelsack”. Interessant ist, dass im thüringischen Mühlhausen an diesem Tag jeder eine gebackene Brezel, die um den Hals getragen wird, essen soll, da ihm ansonsten Eselsohren wachsen. Sogar zu DDR – Zeiten durften diese Brezeln in manchen Schulen im Unterricht gegessen werden …
In vielen Gegenden finden immer noch Umzüge mit Ratschen und Klappern statt, wohl vor allem, um den Winter mit seinen Dämonen zu vertreiben.

Der Tag vor dem Karfreitag hat soviel Tradition, dass es schade wäre, ihn nur als Stress- und Einkaufstag wahrzunehmen.